Vorschau

FREMDE ÜBERALLFOREIGNERS EVERYWHERE

Zeitgenössische Kunst aus der POMERANZ COLLECTION
curated_by Ami Barak

Was hat EDUARD und JANA POMERANZ (EPSTIFTUNG) zu Sammlern gemacht? Welche Abenteuerlust hat sie dazu verführt, eine Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst in kurzer Zeit aufzubauen? Die Ausstellung FREMDE ÜBERALL - FOREIGNERS EVERYWHERE mit Arbeiten von außergewöhnlicher Qualität möchte Antworten auf diese Fragen finden. Der Titel ist einem Werk des Künstlerkollektivs Claire Fontaine entlehnt und soll uns daran erinnern, dass Kunst vor allem ein Verweis auf das Anderssein ist, ein Bild des anderen und des Verständnisses der Gesellschaft in Bezug auf Offenheit gegenüber der Welt. In diesem frühen 21. Jahrhundert, in einer Stadt, in der für die Kunst noch immer der Zeitgeist auf der Tagesordnung steht, zeigt das Jüdische Museum Wien in seinen renovierten Räumen eine besondere Ausstellung, in der sich die Geschichte der Gegenwart mit einer in Nacht und Nebel verschwundenen Vergangenheit zusammentut. Nichts weniger bedeutet die Einführung eines wichtigen jüdischen Sammlers in die Kunstszene von Wien.
Kurator: Ami Barak

Mit Werken von:
Adel Abdessemed, Marina Abramović & Ulay, Saâdane Afif, Francis Alÿs, John M. Armleder, Miroslaw Balka, Yael Bartana, Walead Besthy, Joseph Beuys, Mircea Cantor, Paul Chan, Claire Fontaine, Keren Cytter, Jimmie Durham, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Valie Export, Hans-Peter Feldmann, Stano Filko, Lizzie Fitch & Ryan Trecartin, Ceal Floyer, Cyprien Gaillard, Ryan Gander, Douglas Gordon, Ignacio Gonzalez-Lang, Ion Grigorescu, Shilpa Gupta, Thomas Hirschhorn, Jenny Holzer, Martin Kippenberger, Imi Knoebel, Joachim Koester, Július Koller, Sigalit Landau, Elad Lassry, Leigh Ledare, Madein, David Maljkovic, Victor Man, Boris Mikhailov, Jonathan Monk, Matt Mullican, Ciprian Muresan, Deimantas Narkevicius, Bruce Nauman, Roman Ondak, Adrian Paci, Walid Raad, Robin Rhode, Michael Riedel, Ugo Rondinone, Joe Scanlan, Markus Schinwald, Taryn Simon, Rirkrit Tiravanija, Danh Vo, Lawrence Weiner, Franz West, Christopher Williams

24. Mai 2012 bis 7. Oktober 2012 / Jüdisches Museum Wien
  

Shooting Girls“-Jüdische Fotografinnen aus Wien

Das Ausstellungsprojekt “Shooting Girls“-Jüdische Fotografinnen aus Wien stellt Fotostudios von jüdischen Frauen bis 1938 vor. Speziell in Wien haben außergewöhnlich viele jüdische Frauen aus meist wohlhabenden Familien diesen Beruf gewählt. Das Jüdische Museum geht den Gründen dafür nach und macht mit der Rückführung dieser Tatsachen in das kollektive Gedächtnis ein Stück jüdischer Wiener Frauengeschichte wieder zugänglich. Die Ausstellung folgt dem Weg der Fotografinnen ins Exil und somit an das willkürliche Ende dieser Geschichte für Wien, erinnert aber auch an die Fortführung in anderen Ländern und Kontinenten.

Eine Auswahl von Arbeiten von 30 Wiener jüdischen Fotografinnen bietet ein repräsentatives Bild der Geschichte der österreichischen Fotografie der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, mit Arbeiten nicht nur von Madame d’Ora oder Trude Fleischmann, sondern auch kaum noch bekannten Frauen wie Edith Tudor Hart, Hilde Zipper-Strnad oder Claire Beck. Sie macht aber zugleich deutlich, wie wichtig der Anteil von Jüdinnen in diesem Bereich war. Ausstellung und Katalog werden zahlreiche neue Erkenntnisse dokumentieren. Nicht nur die Fotografinnen und ihre Arbeiten lohnen eine nähere Betrachtung, sondern auch die auf den Porträtfotos Dargestellten: Durch sie erschließt sich ein Querschnitt des kulturellen Lebens der Ersten Republik. Die Fotos und die Lebensgeschichten der Fotografinnen lassen einen tiefen Blick auf das sich im Verlauf weniger Jahrzehnte rasant wandelnde moderne Frauenbild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu, auch und gerade in jüdischen Kreisen.

Ein weiteres Ausstellungskapitel wird den Wiener jüdischen Fotografinnen von 1945 bis zur Gegenwart gewidmet sein und unter einem ähnlichen Denkansatz den Veränderungen der Bedeutung ihres Jüdischseins für ihre Berufswahl und ihre künstlerische Arbeit nachgehen.
Kuratorinnen: Iris Meder, Andrea Winklbauer

17. Oktober 2012 bis März 2013 / Jüdisches Museum Wien
  

Ausstellungen im Jüdischen Museum Wien - Museum Judenplatz

Heute in Wien 2012. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Josef Polleross

1996 erschien Harry Webers Fotoband „Heute in Wien“ gemeinsam mit der gleichnamigen Ausstellung im Jüdischen Museum Wien. Die beeindruckenden schwarz-weiß Bilder haben Fotogeschichte geschrieben. 15 Jahre später folgt der Wiener Fotograf Josef Polleross den Spuren Harry Webers und hat das heutige Leben der jüdischen Gemeinde – vor allem in der Leopoldstadt - fotografisch erfasst. Polleross Bilder sollen sowohl an Harry Webers damalige Bilderreise anknüpfen als auch die Veränderungen innerhalb der jüdischen Gemeinde und ihren Zuwachs während der letzten 16 Jahre zeigen.
Sie geben Einblick in das vielfältige jüdische Leben in Wien heute. Polleross folgt religiösen Juden mit ihren traditionellen Ritualen, seine Bilder zeigen aber auch das weltliche jüdische Leben in seinen vielen Spielarten: Sportevents, Aktivitäten von Jugendorganisationen und Seniorenverbänden, Handel und Publizistik, Straßenfeste, Jewish Welcome Service, Musik, aber auch Feste und Bräuche, die das Leben von religiösen und säkularen Juden gleichermaßen beleben und verbindet.
Kuratorin: Astrid Peterle

12. September 2012 bis Jänner 2013 / Museum Judenplatz